Erdbeben

Der Zollernalbkreis zählt zu den seismisch aktivsten Regionen Mitteleuropas. Allein zwischen 2011 und 2018 wurden 575 Erdbeben gemessen. Von diesen waren jedoch nur wenige spürbar. Dennoch kam es auch zuletzt zu stärkeren Erdstößen: Am 9. Juli 2022 ereignete sich ein Erdbeben mit einer Stärke von 4,1 in Hechingen. Das war eines der stärksten Erdbeben in Deutschland seit acht Jahren. Am 16. Oktober folgte ein Erdbeben mit einer Magnitude von 3,9 in Jungingen.

Südwestdeutschland liegt mit der Schwäbischen Alb auf der eurasischen Kontinentalplatte, die im Bereich der Alpen auf die afrikanische Platte trifft. Die Auswirkungen dieser Kollisionszone sind besonders stark. Deshalb können auch bei uns Erdbeben stattfinden, wenn auch nicht so stark und häufig wie beispielsweise in Italien. Im Zollernalbgebiet konzentrieren sich die Erdbeben auf die sogenannte Albstadt-Scherzone, die etwa 5 bis 13 Kilometer unter Albstadt liegt. Nördlich von Onstmettingen kreuzt der etwa 25 Kilometer lange Hohenzollerngraben die Albstadt-Scherzone. Da dieser Graben aber nur bis in etwa 3 Kilometer Tiefe reicht, wird er nicht direkt mit den starken Erdbeben in Verbindung gebracht. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich auch in größerer Tiefe unterhalb des Hohenzollerngrabens Erdbeben ereignen.

Zuletzt häuften sich die Erdbeben. Aufgezeichnet und ausgewertet werden diese vom Landeserdbebendienst in Freiburg, der sieben Messstationen im Zollernalbkreis betreibt: bei Jungingen, Balingen, Meßstetten, Ebingen, Onstmettingen sowie auf dem Irrenberg bei Streichen und Braunhardsberg bei Tailfingen. Hierbei kamen Seismometer wie der ausgestellte LE-3D/1s der Firma Lennartz aus Tübingen zum Einsatz. 

Um 1900 wurden Seismometer auch von der Firma boso in Jungingen hergestellt.

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